Chile - zwischen Anden und Pazifik
 
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Reisebericht


   

Reisebericht Chile:  22.09.2003 - 28.10.2003

 

Zum Almuerzo - Mittagessen sind wir heute bei den Bomberos (Feuerwehr) zu Gast. Diese haben ihre Kantine auch fuer das normale Publikum geoeffnet und wir speisen guenstig und lecker Muschelsuppe und Fisch. Anschliessend machen wir einen kleinen Stadtrundgang und  beobachten am Strand, unterhalb des Stadtfelsens Morro, einige Pelikane und deren Kollegen, die Kormorane, bei der Fischjagd. Die Kormorane stuerzen sich dabei aus etwa 10-15 Metern Hoehe senkrecht ins Meer - sieht aus wie ein selbstmordgefaehrdeter Flattermann - kurz vorm Eintauchen ins Wasser werden noch schnell die Fluegel eingeklappt und dann verschwindet der Vogel erst mal fuer ein paar Sekunden unter Wasser. Beim Auftauchen werden sie schon von den listigen Pelikanen erwartet, und wenn sie nicht in der Lage sind, schnell genug mit ihrer Beute im Schnabel wegzuschwimmen, wird ihnen doch tatsaechlich der Fisch aus dem Schnabel geklaut. Fliegen klappt naemlich meistens nicht, da die kleinen Voegel mit Beute im Schnabel nicht richtig abheben koennen. Dabei fanden wir die Pelikane bisher wirklich immer so nett!!! Am Nachmittag informieren wir uns ueber diverse Moeglichkeiten den Lauca-Nationalpark zu erreichen und entscheiden uns dafuer morgen eine Tagestour dorthin zu unternehmen, da die oeffentlichen Verkehrsmittel nur ein- bis zweimal  in der Woche fahren. Am Dienstag, dem 23.09. sitzen wir also gegen halb acht mit ca. 10 anderen Touristen in einem ungewoehnlich grossen Tourbus und fahren in Richtung Osten. Kaum haben wir die Stadtgrenze verlassen, treffen wir auf einen kleinen 9-Sitzer Bus einer anderen Agentur, der eine Panne hat. Zum Glueck fuer die anderen Passagiere, haben wir noch ausreichend Platz und nehmen sie einfach mit. Jetzt lohnt sich die Fahrt auch fuer unseren grossen Bus. Der andere Fahrer und auch der Guide bleiben beim anderen Fahrzeug, welches sicher bald wieder anspringt. Praktisch, so haben die Agenturmitarbeiter in der Nebensaison immer mal einen zusaetzlichen freien Tag. Trotz der nun grossen Gruppe haben wir einen schoenen Tag bei unserem Ausflug in die Berge. Zunaechst betrachten wir aus weiter Entfernung Geoglyphen, die hier vor 1-2000 Jahren in den Fels gemeisselt wurden. Anschliessend machen wir kurzen Halt an einer alten sehr baufaelligen Holzkirche und betrachten Inkamauern. Als wir weiter in die Berge kommen sehen wir am Strassenrand eine Guanacoherde grasen, die leider, kaum dass wir uns ihnen mit den Kameras naehern, leider das Weite suchen. Ueber uns kreisen Condore und Vizcachas koennen wir vom Bus aus bestaunen, die kleinen Verwandten der Chinchillas, die uns sehr an unsere heimatlichen Hasen erinnern. Auf 4517 Metern ueber dem Meer angekommen (von dem aus wir heute morgen starteten) bestaunen wir die Wasservoegel des Lago Chungara (der am hoechsten gelegene See Chiles). In der Naehe koennen wir noch eine Herde aesender Vucuñas bewundern, die sich durch uns nicht sehr stoeren lassen. Auf der Rueckfahrt entdeckt der Busfahrer noch drei Exemplare des Hue-Mues - einer hier lebenden Hirschart, die wie leider so viele hier lebenden Tiere durch Raubbau an der Natur vom Aussterben bedroht ist. Gegen 21:00 Uhr erreichen wir das Hostal, und fallen bald muede aber sehr zufrieden ins Bett.

Am Donnerstag, dem 25.09. fahren wir nach Iquique ca. 250 km weiter im Sueden. Die Fahrt selbst ist wenig aufregend, die fuer die Pazifikkueste dieser Region so typische Wueste. Unterkunft finden wir heute in einem ganz besonderen Hostal: “Huesped de Profesores”. Ein grosses altes Holzhaus mit 5 Meter hohen Decken und ganz viel Charme. Eigentlich kommen hier reisende Lehrer und Professoren unter, aber wenn noch Zimmer frei sind, duerfen hier auch “Normalsterbliche” uebernachten. Das Hostal und der gesamte Ort sind uns auf Anhieb sympathisch, viele kleine bunte Holzhaeuser, eine sonnige Plaza freundliche Menschen und eine tolle Hafengegend. Hier treffen wir auf ein Horde Pelikane, die sich von den Fischern mit Fischabfaellen fuettern lassen. Diese Schnorrer! Am Strand liegen zwei Seeloewen faul in der untergehenden Sonne, die machen es sich immer ganz gemuetlich. Wir auch - nach dem Sonnenuntergang suchen wir uns ein Lokal um ebenfalls Fisch, allerdings gebratenen, zu verspeisen.

 

Tags drauf stellen wir zum ersten Mal fest, dass die Chilenen wohl nicht zu den Fruehaufstehern gehoeren. Eigentlich haetten wir um 7:30 Uhr ein im Uebernachtungspreis inbegriffenes Fruehstueck im Hostal bekommen sollen. Aber als wir aus dem Zimmer kommen, ist hier noch alles ruhig - einzig die Oma, die gestern am Tisch im Salon sass, scheint schon wach zu sein, sie ruft aus ihrem Zimmer. Nun, wir verzichten also auf unser Desayuno und laufen zum Busbahnhof - auf dem Weg koennen wir uns ja sicher noch etwas Reiseproviant besorgen. Aber wir stellen fest, dass wir fast die Einzigen auf der Strasse sind. Auch am Busbahnhof gibt es ausser Keksen noch nichts zu kaufen. Die Cafeteria ist zwar geoeffnet, aber belegte Broetchen gaebe es erst gegen 10:00 Uhr! Ich (Christine) laufe noch mal los, und finde tatsaechlich einen geoeffneten Laden, in dem ich etwas Wegzehrung besorgen kann. Schliesslich werden wir ca. 7 Stunden im Bus sitzen. Nach einer Nacht in Calama, erreichen wir am Samstag, dem 27.09. das 2500 Meter ueber dem Meeresspiegel liegende Oasenstaedtchen San Pedro de Atacama. Der Ort besteht aus ein bis- zweistoeckigen Haeusern aus roten, ungebrannten Lehmziegeln und ca. 20 staubigen, nicht asphaltierten Strassen, der Ort hat sich in den letzten Jahren zum wahren Travellerparadies entwickelt, die meisten hier lebenden Menschen leben bereits vom Tourismus. In vielen der Haeuser befinden sich Lodges, Restaurants oder Touragenturen. Auch wir sind hier, um Ausfluege in die Umgebung zu unternehmen. Wir wollen den Sonnenuntergang ueber dem Tal des Mondes sehen, und einen Ausflug zum Salar de Atacama unternehmen. Am naechsten Tag leihen wir uns Raeder aus und radeln erst mal zum Valle de la Muerte. So muss es in der Wueste sein. Super trockene Luft, die Sonne brennt gnadenlos es gibt quasi keinen Schatten und nach ca. Der Haelfte der Strecke erreichen wir Felsformationen, es geht steil bergauf, der Weg ist nicht befestigt und daher ist Schieben in hohem Sand angesagt. Dabei rutsch das Vorderrad immer wieder weg - oh ist das anstrengen. Die Zunge klebt am trockenen Gaumen, gut dass wir genuegend Wasser mitgenommen haben und wie beruhigend zu wissen, dass die Strasse nicht weit entfernt ist und wir diese bald wieder erreichen koennen. Weshalb das Tal hier zu seinem Namen gekommen ist, koennen wir uns nach dieser Fahrt nur zu gut vorstellen. Wir kommen beim Bergaufschieben ganz schoen aus der Puste! Doch oben angekommen wird die Piste - wenn auch mit angezogener Handbremse - wieder befahrbar. Es geht ueber Stock und Stein und Buckelpiste bergab. Bald erreichen wir eine asphaltierte Strasse, auf der wir ein langes Stueck bergab rollen koennen, Juchu! Doch der Spass ist bald vorbei und unser Weg fuehrt uns wieder auf eine Schotterpiste, die sich sehr schwer befahren laesst, viele Steine liegen im Weg, quer zur Fahrbahn verlaufende Rillen, lassen uns staendig auf dem Sattel auf und nieder hopsen - mal gepsnnt, wie wir morgen sitzen koennen. Schon wieder kommt ein steiler Berg, und es heisst schieben. Zwei Briten mit Pick-Up fahren an uns vorbei und nehmen uns mit bis zum Tal des Mondes. Die Fahrt hinten auf der Ladeflaeche ist zwar nicht besonders bequem, aber allemal besser als den langen Berg hochzulaufen. Oben angekommen, laden wir die Raeder wieder ab und vespern eine Kleinigkeit. Dann geht es hoch auf die grosse Duene, von der aus man wohl den tollen Blick ins Tal des Mondes hat. Im hohen weichen Sand laufen wir immer schoen zwei Schritt aufwaerts einer zurueck! Aber wir kommen an, und staunen ueber die wunderbaren Gesteinsformationen, die sich uns in vielen verschiedenen Rottoenen auftun. Hier oben herrscht eine herrliche Ruhe und wir haben bei absolut klarem Wetter einen beeindruckenden Fernblick. Eine ganze Weile sitzen wir einfach nur da, geniessen den Anblick und machen immer mal wieder ein Foto, vom sich farblich veraendernden Panorama. Kurz vor bevor die Sonne dann wirklich untergeht, kommen immer mehr Tourbusse an, die massenweise Touris ausspucken. Die Armen muessen nun recht flott die steile Duene hochkraxeln, um noch ein bischen was vom schoenen Licht mitzukriegen. Von hier oben sehen sie aus, wie Ameisen, die sich  hier hoch quaelen. Mit hochrotem Gesicht und voellig ausser Atem kommen einige hier an. Ob sie den Sonnenuntergang, der schon fast bvorbei ist, noch geniessen koennen? Na wir glauben, dass wir das  richtig gemacht haben, hier individuell mit dem Rad hergekommen zu sein. Als die Sonne, und damit die Waerme sich endgueltig verabschiedet haben, starten wir den Abstieg bzw. der Abfahrt (Andreas gibt sich als Downhillradler) und machen wir uns zuegig an den Rueckweg - schliesslich wollen wir jedes noch verfuegbare Restchen Tageslicht ausnutzen. Der Weg fuehrt nun bergab, allerdings leider wieder Buckel-, Stein-, Loch- und Querrillenpiste. Aetzend anstrengend, da wir fast nichts mehr sehen koennen und nur noch nach Gefuehl fahren. Eine gute Stunde tasten wir uns vorwaerst, bis wir endlich im ca. 15 Kilometer entfernten San Pedro ankommen. Nach einer erfrischenden (kalten) Dusche gibt es noch lecker Abendessen und eine verdiente Muetze Schlaf.

Da sich die Unruhen in Bolivien mittlerweile ausgebreitet haben und es sogar bereits zu Toten und Verletzten gekommen ist, haben wir uns entschieden, nicht mehr nach Bolivien zu reisen. Wir muessen so zwar auf den beruehmten Salar de Uyuni verzichten, auch die gepante Dschungeltour faellt somit aus, aber in einem Land in dem quasi Buergekrieg herrscht, wollen wir nicht reisen, auch wenn es angeblich Gebiete gibt, die davon nicht betroffen sind. Wir haben daher eine Tour in den  Salar (Salzwueste) de Atacama und den sich darin befindenden Lagunen gebucht, zu der wir am Montag gegen 7:00 Uhr von einem Minibus abgeholt werden. Vom Tourguide Christian erfahren wir einiges ueber die Entstehung von Salaren und das Profil der uns umgebenden Vulkane. Wir beobachten in aller Ruhe Flamingos auf der Laguna Chaxa, diese grazioesen Tiere koennen in Freiheit bis zu 35 Jahre alt werden, ihr Gefieder faerbt sich erst ab dem 7. Lebensjahr rosa und die Farbintensitaet nimmt mit dem Alter zu. Die kleinen Voegel sind immer Einzelkinder, die zunaechst von immer einem Elternteil beaufsichtigt werden, waehrend der Partner auf die Jagd geht. Spaeter gibt es dann die Flamingokindergaerten, in denen aeltere Flamingos viele der Kleinen beaufsichtigen und ihnen wohl auch die wichtigsten Flugregeln und Jagdtricks beibringen. Aehnlich wie die Condore, sind sich die Flamingos lebenslang treu, wenn einer stirbt, geht der andere keine neue Partnerschaft mehr ein. Spaeter besuchen wir die blauen Lagunen Meñiques und Miscanti auf ca. 4500 Metern Hoehe. Am Ufer der einen Lagune, kaum dass wir aus dem Bus steigen, erwartet uns ein fast zahmer Fuchs. Er wird wahrscheinlich von unvernuenftigen Touris gefuettert, so dass er aufs Autogeraeusch konditioniert wurde. Nach dem Lunch unternehmen wir einen herrlichen Spaziergang durch das, trotz der Hoehe, mit diversen gelb, gruen und rot leuchtenden Straeuchern und Graesern bewachsene Wuestengebiet. Die Farben sind hier oben wieder wunderbar intensiv und die Luft ist absolut klar und rein - keine Wolke am tiefblauen Himmel. Dazu noch die Lagunen mit blauem Wasser, im Hintergrund schwarze Vulkane mit Schnee bzw. Eis in den Flussrinnen. Wir finden, die Natur uebertrifft sich hier mal wieder selbst. Den Abschluss der Tagestour bildet auf der Rueckfahrt ein Besuch der Oase Quebrada de Jerez, wo wir noch mal einen Spaziergang unternehmen. Hier wachsen mitten in der Wueste Zitrusfruechte, Aepfel, Birnen, Pflaumen und und und - toll ueppig ist hier die Vegetation, aber wirklich nur entlang des Flusslaufes.

 

Am Mittwoch, dem 01.10. fahren wir ins ca. 1 Stunde entfernte Calama, um von dort aus die groesste Kupfermine Chiles (und der Welt?) Chuquicamata zu besichtigen. Zuerst sehen wir einen ca. 10 minuetiges Video ueber die Firma und den Kupfergewinnungsprozess, natuerlich ist das eine Marketing-Veranstaltung, aber trotzdem interessant. Anschliessend bekommt jeder Teilnehmer einen Schutzhelm, schliesslich sei das hier ein Betrieb und kein Freilichtmuseum. Wir basteln noch an den Helmen herum als sich der Bus schon in Bewegung setzt und bald zum ersten Mal anhaelt. Wir befinden uns an der Aussichtsplattform mit dem Blick in die ca. 850 Meter tiefe Grube deren ueberige Ausmasse: 4,3 mal 3 Kilometer betragen! Von hier oben sehen die Kipplaster, die bei jeder Fahrt bis zu 330 Tonnen Gestein aus der Grube heraus transportieren, aus wie Spielzeugautos. Dabei sind die Zahlen zu diesen Maschinen ein weiteres Zeichen fuer den unglaublichen Gigantismus: Kosten fuer ein Fahrzeug: 3 Mio. $, Abschreibung ueber 8 Jahre, einer der 3 Meter hohen Reifen, wovon jedes Fahrzeug mit 6 Stueck ausgestattet ist, kostet ca. 15.000 $ und haelt durchschnittlich 5 Monate! Der Tank fasst 4.000 L Diesel, bei einem Verbrauch von 2 L pro Minute. Der Motor wird mit 280 L Motoroel geschmiert. Die staubigen Verkehrswege des wie eine Stadt wirkenden Areals mitten in Wueste, werden von permanent die Wege mit Wasser bespruehendenTanklastern befeuchtet, um die Kontamination mit schwermetallhaltigem Staub geringer zu halten. In der Mine sind 8.000 Menschen beschaeftigt, die in drei Schichten rund um die Uhr arbeiten. Der hiesige Stromverbrauch pro Stunde wuerde ausreichen, um, die 8 Millionenstadt Santiago ueber eine ganze Woche mit Strom zu versorgen, dabei sei die Konatminierung der Umwelt durch die Mine geringer, als die durch Santiago verursachte. (Die Umgebung hier sieht allerdings anders aus, und dass im Verlaufe diesen Jahres die gesamten Einwohner des Ortes Chuquicamata wegen der Kontamination der Luft, und der Haeuser nach Calama umgesiedelt werden sollen, spricht Baende. Beeindruckt von der Groesse sitzen wir bald im Bus an die Kueste, unser Ziel fuer heute heisst Antofagasta. Hier besuchen wir am naechsten Tag den Fischmarkt, wo wir uns eine koestliche Muschelsuppe genehmigen. Am Tag der deutschen Einheit sitzen wir schon wieder im Bus und fahren bis Copiapo, das mittig auf der Strecke nach La Serena liegt. Hier geniessen wir die nette Freitagabendstimmung auf einer sehr schoenen Plaza, die mit hohen gruenen Pfefferbaeumen bewachsen ist. Nebenan laufen auf der Strasse die letzten Vorbereitungen zu einem Freiluftkonzert zu Ehren Victor Jaras, einem Liedermacher, der von Pinochets Schergen in den ersten Tagen nach dem blutigen Militaerputsch am 11.09.1973 mit Tausenden anderer Chilenen brutal ermordet wurde. Er, weil er sich weigerte ein vom Militaer gewuenschtes Lied zu singen. Die Machenschaften waehrend der brutalen Diktatur wurden lange Jahre hier im Land verschwiegen und erst langsam, nach und nach kann der Teil der Bevoelkerung, der sich dafuer interessiert mehr ueber die kuerzliche Vergangenheit im Land erfahren.

 

Am Samstag dem 04.10. erreichen wir La Serena, in unseren Augen eine typische chilenische Kleinstadt: Strassen im Schachbrettmuster angelegt, pragmatisch unschoen hochgezogene ein-zweistoeckige Neubauten, ein paar koloniale bzw. auf kolonial getrimmte Gebaeude in Plazanaehe und ein Mercado Central. Der hiesige ist leider ein totaler Tourimarkt mit Artesanias und teuren Restaurants. Und das soll das kommende Beachressort Chiles sein... Wir finden direkt neben unserem Hostal ein kleines Restaurant, das von zwei suessen, netten alten Herrschaften gefuehrt wird. Die Frau kocht in der offenen Kueche, er deckt den Tisch, versorgt uns mit Getraenke und erzaehlt uns von seinen Ausfluegen in die Anden - scheinbar hat er in einer Goldmine gearbeitet. Dazu zeigt er Fotos, schenkt uns eines davon mit Widmung auf der Rueckseite. Die Portionen die wir zum Vertilgen aufgetischt bekommen sind reichlich bemessen und beide scheinen begeistert, dass sich mal Touris in ihr einfaches Lokal "verirrt" haben. Wir probieren als Absacker Pisco, jeder erhalt ein fast Wasserglas grosses "Pinnchen". Wohl bekommts. Gut dass unser Hostal direkt nebenan ist.

Da der Himmel ueber La Serena wolkenverhangen ist, und wir die Stadt nicht so wirklich spannend finden, packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg nach Vicuña, ca. 1 Stunde von hier entfernt. Dazu bedienen wir uns des sogenannten Taxi-Collectivos. Diese besondere Art des Taxis finden wir genial: Taxis mit festen Fahrtziel, 4 Fahrgaeste mit eben diesem Ziel, pro Person ein fester Preis, zwar etwas teurer als der Bus, dafuer wesentlich schneller und bequemer. Die echte Oeko-Variante des privaten PKW Fahrens. Das sollten wir in Deutschland auch mal einfuehren, nur noch ein Drittel bis ein Viertel der Wagen waeren dann unterwegs. Wir erreichen Vicuña also bequem und flott und das Beste, kaum haben wir die Kueste verlassen, sind alle Wolken weg, die Sonne strahlt und blauer Himmel lacht auf uns herab. Super, mal wieder richtig entschieden. Hier im Tal ist so richtig Fruehling angesagt. Das tut unseren Augen und Seelen gut. Jetzt merken wir erst, wie sehr die eintoenige Wuestenlandschsaft, durch die wir seit wir in Peru ankamen meist gefahren sind, uns beeinflusst. Hier gruent und blueht alles, der Rio Elqui versorgt das Tal mit Wasser, es wachsen alle moeglichen Obst- und Gemuesesorten und Trauben werden hier angebaut. Daraus wird der beruehmte Pisco gebrannt, der nur aus hier in der Region wachsenden Muskatellertrauben hergestellt werden darf. In Vicuña mieten wir uns in ein familiaeres Hostal mit wunderschoenem Garten ein und verbringen den Rest des Tages damit, im Garten in der Haengematte zu luemmeln, zu lesen und mal wieder ein paar Waeschstuecke zu waschen. Abends haben wir noch Gelegenheit den 3:0 Sieg unserer Fussballfrauen ueber die USA zu bewundern und hoffen, dass wir das Finale auch zu sehen bekommen koennen. Am Nachmittag des naechsten Tages besichtigen wir die Piscobrennerei Capel - dem Marktfuehrer des Tresterbrandes. Die Fuehrung durch die moderne Brennerei ist kurz aber informativ und zum Abschluss, gibt es sogar eine kleine Verkostung. Abends hatten wir eigentlich geplant das Observatorium Mama-Luca hier in der Naehe zu besichtigen, aber der Himmel hat sich etwas zugezogen, so dass wir das auf morgen verschieben. Und tatsaechlich am naechsten Abend haben wir mehr Glueck, der Himmel ist zwar nicht komplett wolkenfrei, aber wir erhalten herrliche Einblicke auf die Krater-Oberflaeche unseres Mondes und duerfen Sterne unseres Sonnensystems, die wir mit blossem Auge nur als hellen Punkt ausmachen koennen, durch das Teleskop betrachten. Dabei erkennen wir, dass es sich um sogeannte Cluster handelt, eine Ansammlung von mehr als vier Sternen am Himmel. Auch den Mars und die Venus koennen wir durch das Fernrohr besichtigen und sind ganz begeistert von dieser Tour. Anschliessend demonstriert uns der hier taetige Astronom noch ein herrlich interaktives Internetprogramm, mit dem man sich die Sternenhimmel des jeweiligen Tages in der jeweiligen Stadt am Rechner simulieren kann, um somit mehr ueber den eigenen Sternenhimmel zu lernen. Er erlaeutert uns auch einiges ueber die Sternenkunde der Inka, die bereits viel ueber die Himmelskoerper wussten. Ein toller Abend.

 

Bevor wir am Donnerstag, dem 09.10. in Valparaiso eintreffen, machen wir am 07.10. noch einen Stopp in Los Vilos, einem kleinen Ort am Meer. Dort gibt es abends lecker frischen Fisch und am naechsten Tag einen ganz tollen Spaziergang an der Steilkueste entlang zu einem Felsen auf dem sich Seeloewen luemmeln sollen. Leider haben sie sich fuer heute einen Felsen weiter weg vom Strand ausgesucht, aber hoeren koennen wir das Geschrei der grossen Tiere dennoch. Am Donnerstag, dem 09.10. fahren wir ueber kleine Ortschaften in die Hafenstadt Valparaiso. Hier finden wir ein Bett & Breakfast Zimmer in einem lebendigen, herzlichen Haus. Die liebe Besitzerin Patricia vermietet neben den 2 Touristenzimmern auch permanent an Studenten, es ist also immer was los. Wir geniessen das Kochen (in Chile gibt es haeufig Kuechenbenutzung in den Hostales) und Einkaufen frischer Zutaten auf dem Gemuese- und Fischmarkt nebenan. In und um das zitronengelbe Marktgebaeude wuseln Markthaendler, Kunden, Traeger und wir durcheinander. In der Fischhalle erstehen wir fuer 500 Pesos, weniger als 1 US$, einen riesigen Fisch, sieht nach Merluza (Kabeljau) aus. Gegenueber des Verkaufsstandes sind an einem langen Tisch die „Fischputzer“ am Werk. Sie nehmen die Fische aus, entschuppen und filetieren. Ein toller Service, den man nach Gusto mit ein paar Pesos entlohnt. Valparaiso ist auf vielen kleinen Huegeln erbaut worden. Um von der Ebene in die Huegellandschaft zu gelangen bedient man sich sog. „Ascensores“, das sind Aufzuege, die auf Schienen fahrend, an Drahtseilen die steilen Haenge hinaufgezogen werden. Wir erklaeren das Aufzugfahren fortan zu unserer Lieblingsbeschaeftigung, probieren zahlreiche dieser teilweise bereits ueber hundert Jahre alten Fahrzeuge aus und werden jedesmal mit tollen Blicken auf die Bucht und den Hafen belohnt. Am Sonntag machen wir einen Ausflug in die Nachbarstadt Viña del Mar, ein Seebad mit riesigen Hotelkomplexen und Strandappartmentburgen. Die Stimmung ist sehr entspannt, Leute schlecken Eis, Kinder duerfen in Elektroautos im Kreis fahren (freiwillig, oder handelt es sich um ein von den Erziehungsberechtigten verordnetes Freizeitprogramm?), Bikini-Girls braten in der Sonne und Sportliche erfreuen sich am Beachball.

 

Am Montag, dem 13.10. fahren wir in die nahegelegene Hauptstadt Santiago. Santiago steht den internationalen Grossstaedten in Europa und USA in nichts nach, es gibt Shopping Center, Buerotuerme, U-Bahnen und alles, was der urbane Konsumjunky so zum Seligsein braucht. Wir haben in Santiago ein umfangreiches Pflichtprogramm abzuspulen: die Termine fuer unsere Rueckfluege fixieren, Filme kaufen und als besondere Herausforderung schicken wir ein Paket nach Deutschland. Dank der flegmatischen chilenischen Postbeamten dehnt sich dieser Prozess auf 2 Stunden aus. Wir wollen Euch die Details hier ersparen. Fakt ist, dass Mitarbeiter bei Behoerden und im oeffentlichen Dienst (manchmal erscheint es uns, als fuehlten sich auch die Restaurantbedienungen diesen Sektoren zugehoerig) hier ueberhaupt nicht mitdenken und ihr voelliges Desinteresse am Dienstleistungsgedanken ungeniert zur Schau stellen. Oh Du geliebte deutsche gelbe Post, wir kommen bald! Ja echt, vergleichsweise kommt der Mensch am deutschen Postschalter als quirliger, unternehmerisch denkender Service-Guru rueber. Wenn wir gerade nichts zu organisieren haben, stuertzen wir uns natuerlich ins Grossstadtleben. Auf der zentralen Plaza de Armas wird gerade die Fassade der Kathedrale erneuert, quaelender Baulaerm ergiesst sich ueber den Platz. Ein Wunder, dass sich die Schachspieler, die hier unter schattenspendenden Baeumen sitzen, bei dem Krach konzentrieren koennen. Mittags schauen wir am Mercado Central vorbei, der im Reisebuch hochgelobt als interessanter, bunter Markt mit preiswerten Restaurants beschrieben wird. Ein Rundgang durch den Markt offenbart jedoch, dass es sich um einen Delikatessenmarkt mit Preisen fuer Grossgrundbesitzer handelt (die Kleinmarkthalle in Frankfurt laesst gruessen). Ja, diese Reisebuecher mit ihren Tipps. Manchmal glauben wir, die Autoren waren ganz woanders unterwegs. Wir finden jedenfalls ein paar Blocks weiter andere Markthallen, wo scheinbar die Marktleute selber an Staenden bzw. in kleinen Restaurants essen, das ist schon eher unsere Kragenweite. Bereitwillig lassen wir uns zu einer Fischsuppe und fritiertem Fisch mit Salat und Kartoffelpue heranwinken, superlecker und mit weniger als 2 US$ unschlagbar. Abgerundet wird jedes Mittagessen natuerlich mit einem guten Espresso. Santiago bietet da etwas Besonderes. Es gibt grosse Kaffeehausketten, in denen „Cafe con Piernas“ , also Kaffe mit Beinen, geboten wird. Kurzgeschuerzte Damen in high heels laufen auf einem Podest herum und servieren Kaffee (fuer das Kochen sind andere zustaendig). Die Theke hat keine Verkleidung, vielmehr hinter dem Podest angebrachte Spiegel, so dass man(n) von ueberall einen guten Aus-/Einblick hat. Schon eine interessante Errungenschaft im katholischen Chile. Aber der Laden ist voll, zu 95% maennliche Kundschaft, Geschaeftsleute, die nicht nur glotzen, sondern sich scheinbar regelmaessig mit ihrer „Stammserviererin“ an der Theke zum Plausch treffen. Moral hin oder her, der Espresso ist jedenfalls der beste der Stadt. Einen Nachmittag machen wir einen Ausflug auf die zwei Aussichthuegel Santiagos, den Cerro Santa Lucia und den Cerro San Christobal, letzteren erklimmen wir per Standseilbahn, die sich steil den Berg hinaufquaelt. Von oben haben wir phantastische Ausblicke ueber das Haeusermeer, das eingeschlossen von Bergen in einem Smogkessel liegt. Mit einer Kabinenseilbahn geht es dann im Abendlicht bei klarer Sicht auf die zum Teil schneebedeckten Berge auf der anderen Seite des Huegels wieder hinunter.

 

Fuer die Erkundung des Seengebietes nehmen wir uns einen Leihwagen, sind doch die von uns anvisierten Nationalparks mit oeffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht bzw. gar nicht zu erreichen. Am Samstag, dem 18.10. verlassen wir den Grossstadtdschungel und fahren in Richtung Sueden durch die Weinregion Chiles. Doch die fabrikaehnlichen Weingueter laden uns nicht gerade zu einer gemuetlichen Weinprobe ein. Stattdessen fahren wir bis abends die Panamericana hinunter um in Chillan zu landen, einem kleinen Staedtchen, beruehmt fuer seine bunten Maerkte. Natuerlich sind wir am naechsten Morgen fuer chilenische Verhaeltnissen um 9:00 Uhr noch viel zu frueh auf dem Markt, die Staende werden gerade aufgebaut. Doch ein paar bunte Fruechte und alle moeglichen knackigen Gemuesesorten liegen bereits toll drapiert aus. Schon komisch, so viel frisches Gemuese auf den Maerkten, doch in den Restaurants sieht man davon nicht viel, nur Fleisch mit Reis oder Kartoffeln. Hoechstens beim chil. Salat gibt es einen Hauch Gemuese, allerdings gekocht und dann wieder abgekuehlt, Hauptzutaten sind jedoch Kartoffeln. Will man frischen Salat essen, muss man das bei der Bestellung ausdruecklich sagen, es gibt Tomate oder Kopfsalat, vielleicht auch Tomate mit Kopfsalat. In der Zwischenzeit legen die Fischverkaeufer ihre Auslage zurecht, mhhh sieht lecker aus. Es herrscht eine nette, angenehme Stimmung, die Verkaeufer sind gutgelaunt, viele kochen sich auf kleinen Stoevchen einen Tee oder es wird ein Stueck Fleisch auf den Grill gelegt. Nach ein paar Runden ueber den Markt – die dunklen Regenwolken wollen sich nicht verziehen – steigen wir ins Auto und fahren vorbei am Salto de Laja (Chiles groesster Wasserfall) zum Nationalpark Nahuelbuta. Der Weg zum Park besteht aus einer Schotterpiste, die sich in Serpentinen steil die Berge hochschlaengelt. Das schafft der kleine Fiat Uno noch, im Nationalpark selber erreicht der Kleinwagen jedoch seine Grenzen. Nach Wasser- und Schlagloechern, quer zur Fahrbahn verlaufenden Rinnen und einem satten Aufsetzen stellen wir den Wagen ab und wandern die letzten Meter. Hier oben steht ein dichter Araukarienwald, maechtige an Nadelbaeume erinnernde Riesen, die bis zu 50 Meter hoch und 2.000 Jahre alt werden koennen. Die Form der Baumwipfel gleicht von weitem einem aufgespannten Regenschirm, weshalb die Baeume auch den Beinamen „Paraaquas“ (Regenschirme) tragen. Der Rueckweg gestaltet sich als sehr muehsam, auf kurvigen Schotterpisten kommen wir uns wie Ralley-Cross-Fahrer vor. Am naechsten Tag fahren wir zur chilenisch/argentinischen Grenze, wo wir Vulkankegel und tiefblaue Seen bestaunen wollen. Die an uns vorbeiziehende Landschaft begeistert einerseits durch diverse saftige Gruentoene der ueppigen Vegetation. Andererseits erinnern uns sowohl die Pflanzen (Graeser, Weiden, Getreide, Ulmen, Pappeln, bluehende Obstbaueme) als auch die auf den Wiesen grasenden Kuehe und nicht zu vergessen der Heuschnupfen an die Heimat. Dies koennte auch eine Mittelgebirgslandschaft in Deutschland im April/Mai sein. Wir sind also einerseits froh, mal wieder schoene gruene Vegetation zu sehen, andererseits erinnert uns all das stark an „zu Hause“, ist nicht wirklich exotisch (die hier lebenden Menschen ebensowenig), als dass wir staendig staunend im Auto sitzen wuerden. Fast etwas enttaeuscht sind wir, hatten wir uns doch vom Leihen des Autos tolle Abenteuer in wilder Natur versprochen. Sind wir bereits zu anspruchsvoll, satt, undankbar? Als zu guter Letzt das Wetter umschlaegt und selbst die charakteristischen Vulkankegel ausser Sicht bleiben, geht unsere Stimmung auf Talfahrt. In Villarica, am gleichnamigen See, machen wir erst mal Halt. Am naechsten Tag machen wir bei bewoelktem Himmel eine Wanderung durch schoene Waelder, vorbei an Wasserfaellen, hinauf zu drei Bergseen. Klasse, sich mal wieder etwas zu bewegen. Am naechsten Morgen klart der Himmel auf und wir koennen endlich den perfekt geformten Vulkan Villarica in seinem Schneekleid bewundern, der unantastbar ueber dem See tront. Der Villarica begleitet uns den weiteren Tag, wir bleiben immer auf Sichtweite. Mal liegen Pferdekoppeln zwischen uns, mal der Lago Calafquen, dann wieder in frischem gruen leuchtende Gemuesefelder. In Valdivia, einer Stadt am Pazifik, ist der Traum dann schon wieder ausgetraeumt, der Himmel verdunkelt sich, Regen zieht auf, fuer die naechsten Tage verspricht der Wetterbericht keine Besserung. Da Valdivia aber auch so gar nichts zu bieten hat, fahren wir am naechsten Tag wieder in Richtung Seengebiet. Wir vertreiben uns die Zeit in Thermalquellen (zum Glueck im Hallenbad) und machen einen Abstecher zum Lago Llanquihue, in dessen Umgebung sich unzaehlige deutsche Einwanderer niedergelassen haben. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen die meisten Deutschen, die in grosser Kraftanstrengung versuchten das Land  urbar zu machen. Die Geschichte der Einwanderer muss eine der Entbehrungen, des Schweisses und Ueberlebenskampfes gewesen sein. Faehrt man heute durch die aufgeraeumten, idyllisch am See gelegenen Musterdoerfchen, wie z.B. Frutillar, wo einem die Gartenzwerge vom Fensterbrett aus zuwinken, ueberall Apfelkuchen und Torte angeboten wird, faellt diese Vorstellung schwer. Da das Wetter nicht besser wird und wir den Wagen erst in drei Tage abgeben muessen, fahren wir weiter auf die Insel Chiloe, die fuer ihren Regen bekannt ist. Da gehoert das schlechte Wetter immerhin zum Programm. Vielmehr lockt uns jedoch der frische und preiswerte Fisch, den wir in Restaurants oder auch selbst zubereitet mit Wonne geniessen. Tatsaechlich unternehmen wir nicht viel auf Chiloe. Sehr aufmunternt ist allerdings unser Aufenthalt in einem tollen Hostal in Ancud bei den Schweizern Martin und Silvia, wo wir im Wohnzimmer am Ofen sitzend in netter Gesellschaft mit anderen Reisenden quatschen und Musik hoeren. Hier fuehlen wir uns quasi heimisch, das schlechte Wetter ist vergessen. Morgens beim Fruehstueck schauen wir vom Fenster aus den Seeloewen beim ihrem Spiel in den Wellen zu, Romantik pur.

 

Nachdem wir unser Auto in Puerto Mont abgegeben haben, machen wir uns am 28.10. mit dem Bus schliesslich auf den Weg nach Argentinien. In den Sueden Patagoniens kommt man in Chile in der Vorsaison nur per Faehre (Puerto Pont – Puerto Natales), die Strasse ist unterbrochen von Kanaelen und Fjorden, wo der Faehrbetrieb erst im Sommer starten soll. In Argentinien muss man zwar einen Umweg nach Sueden ueber die Atlantikkueste in Kauf nehmen, doch da wollen wir sowieso vorbei. Schliesslich soll mal momentan besonders gut Wale, Seeelefanten und Pinguine treffen koennen. Im Sueden wollen wir nochmal einen Abstecher nach Chile machen, zum Trekken im Nationalpark Torres del Paine. Doch darueber mehr im Reisebericht Argentinien.